Wissenswertes
"Alle Kampfkünste der Welt
sind unter der Sonne Shaolins entstanden."
CHINESISCHES SPRICHWORT
Eingang zur Tempelanlage

Der Pagodenwald

Bodhidharma

Bodhidharma

Das Shaolin Kloster befindet sich auf dem Berg Shaoshi des Song Shan Gebirges in der Provinz Henan, etwa 80 km von der Provinzhauptstadt Zhengshou entfernt. Das Kloster ist von dichten Wäldern umgeben. Diese Lage bestimmte den Namen: "Shao" ist der Name des Berges und "Lin" bedeutet im Henan-Dialekt "Wald".

Auf Befehl des damaligen Kaisers Hsiaowen wurde das Kloster im Jahre 495 zu Ehren des indischen Mönches Batuo erbaut. Es diente als Zufluchtsort buddistischer Mönche und geriet aufgrund seiner versteckten Lage bald in Vergessenheit.

Im Jahre 523 kam jedoch ein weiterer buddistischer Mönch aus Indien nach Shaolin - Bodhidharma. Neun Jahre lang ging er täglich in eine Berggrotte um zu meditieren und ließ sich dabei von Nichts und Niemandem ablenken. Aufgrund dieser Erfahrungen und Erkenntnisse formulierte er die Grundsätze des Chan-Buddismus. Um den Strapazen des religösen Lebens gewachsen zu sein, lehrte er die Mönche eine besondere Gymnastik und Atemtechniken. Damit soll er die Grundlage für die Shaolin-Kampfkünste gelegt haben. Allerdings ist aufgrund fehlender Beweise seine tatsächliche Bedeutung bei ihrer Entstehung umstritten. Unbestritten ist er jedoch der Begründer des Chan-Buddismus, der in den folgenden Zeit in China eine goße Bedeutung erlangte und von dort weiter nach Korea und Japan (dort als Zen-Buddismus bezeichnet) gelangte.

Eine Blütezeit erlebte das Kloster in der T'ang-Dynastie. Als Kaiser T'ai-Tsung (Li Shih-Min) einmal in Gefahr geriet, eilten ihm 13 Mönche zu Hilfe. Aus Dankbarkeit versuchte der Kaiser sie zur Übernahme offizieller Ämter zu bewegen, was sie jedoch ablehnten. T'ai-Tsung verlieh danach dem Tempel das Recht, eine Gruppe Kampfmönche zur Verteidigung des Klosters auszubilden. In dieser Zeit lebten mehr als 1000 Mönche, darunter 500 Kämpfer, im Shaolin Kloster.

Im Jahre 1674 benötigte wieder ein Kaiser Unterstützung aus dem Kloster. 128 Mönche eilten dem Cheng-Kaiser K'ang-Hsi zu Hilfe. Allerdings wurde ihnen ihre Hilfe schlecht gelohnt. Der Kaiser ließ sich überzeugen, dass eine unabhängige Institution, wie das Shaolin Kloster mit Menschen von so enormen Kampffertigkeiten, eine große Gefahr darstellt. Er schickte eine Armee, die von einem abtrünnigen Mönch beraten wurde. Der Tempel wurde niedergebrannt und viele Mönche getötet. Erst nach dem Ende der Herrschaft von K'ang-Hsi wurde das Kloster langsam wieder aufgebaut.

Im Jahre 1928 geriet der Shaolin Tempel zwischen die Fronten der Kriegsherren Fang Chung-Hsueh und Hsi-Yousan. Fang Chung-Hsueh benutzte den Tempel als Stützpunkt. Als er jedoch von General Hsi-Yousan angegriffen wurde, flüchtete er mit den Mönchen aus dem Kloster. Der entäuschte General ließ daraufhin das Kloster niederbrennen. Es heißt, dass dabei viele wertvolle Schriften zum Buddismus und den Kampfkünsten vernichtet wurden.

Nach einigen schwierigen Jahrzehnten wurde das Kloster in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Unterstützung der chinesischen Regierung wieder restauriert und es den buddistischen Mönchen ermöglicht, dort zu praktizieren. Damit verbunden waren zahlreichen Aktivitäten zur Wiederbelebung der Kultur der Shaolin.

Shaolin ist nicht nur die Wiege der Kampfkünste, sondern ein ganz besonderer Ort der Religion, Philosophie und Wissenschaft. Das Shaolin Kloster hat viele berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht und zu allen Zeiten war der Einfluss auf das politische und kulturelle Leben in China spürbar. Ein hohes Ausbildungsniveau (nicht nur im Bereich der Kampfkunst) und ein Höchstmaß an moralischer Integrität machen die Shaolin einmalig.

©  Kampfkunstschule Shaolin Quan