Kung Fu
"Lerne, als könntest du es nie errreichen und als müsstest du fürchten,
es wieder zu verlieren."
WEISHEIT AUS DEM SHAOLIN-TEMPEL

Die Beobachtung und Imitation von Tieren hat eine sehr lange Tradition im Kung Fu. Charakteristische Bewegungsmuster und Verhaltensweisen verschiedener Tierarten wurden in für den Menschen anwendbare Aktionen übertragen. Als Ergebnis sind sehr variable und effektive Kampfkunsttechniken enstanden, die in viele Kung- Fu-Stile eingeflossen sind.
Jede der Tierformen entwickelt besondere Fähigkeiten, dient einer anderen Ausbildung des Körpers und symbolisiert eine bestimmte Stärke. Natürliche Instinkt-Muster, wie sie noch den Tieren eigen sind, können geübt und wieder zugänglich gemacht werden.

Tiger

Ein chinesisches Sprichtwort besagt: "Ein Berg hat nicht genug Platz für zwei Tiger". Das ist charakteristisch für die unbändige Wildheit und Kraft des Tigers. Der Tiger symbolisiert die äußere Kraft. Durch das Üben der Tigerform werden Knochen und Sehnen gestärkt. Eine typische Technik ist die Tigerkralle, bei der alle Finger der Hand gekrümmt werden. Damit werden kurze direkte Schläge und kratzende Bewegungen mit großer zerstörerischer Wirkung ausgeführt.

Affe

Die Kunst des Affen ist der wohl ungewöhnlichste und wirkungsvollste Stil im Kung Fu. Er zeichnet sich durch eine Vielzahl täuschender und unortodoxen Techniken aus. Der Affe vermeidet die direkte Konfrontation und greift stattdessen lieber überraschend auf unerwartete Weise an.
Das Training der Affenform schult Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Die Form beinhaltet viele akrobatische Bewegungen und Techniken.

Schlange

Die Schlange symbolisiert die innere Kraft. Das Üben der Form fördert die Entwicklung des Chi. Die Bewegungen sind ununterbrochen fließend und werden von einer gleichmäßigen, intensiven Atmung begleitet. Charakteristisch sind weiche Spiralbewegungen mit schnellen und flexiblen Arm- und Handtechniken, wobei der Schwerpunkt auf Schlägen oder Stößen mit den Fingerspitzen liegt.

Leopard

Die Form dient der Entwicklung von Schnelligkeit und Kraft. Zu den Techniken gehören schnelle, andauernde Kettenstöße und Bodentechniken. Die typische Handtechnik ist die Leopardenklaue, die durch eine halb geöffnete Faust gebildet wird.

Kranich

Typisch für den Kranich sind seine weichen Bewegungen. Angriffe werden nicht direkt geblockt, sondern abgelenkt. Seine Hauptwaffen sind Kopf, Schnabel und Schwingen, die durch besondere Handtechniken dargestellt werden. Eine große Herausforderung sind die vielen Standtechniken auf einem Bein. Durch das Üben der Kranich-Form werden die Sehnen gestärkt und der Gleichgewichtssinn trainiert.

Drache

Der Drache vereint innere und äußere Kraft. Er ist kein real existierendes Wesen, daher beinhaltet die Form viele Techniken, die anderen Tierstilen entlehnt und variiert wurden, wie z.B. die Klauentechniken, die leicht mit denen des Tigers verwechselt werden können. Typisch für die Drachenform sind weiche, kreisende Bewegungen, die die mit Unterstützung durch das Chi hart zu Ende geführt werden. Die richtige Atmung ist daher besonders wichtig.

Gottesanbeterin

Dieser Stil erfordert hohe Konzentration und innere Ruhe, um sich die ruckartigen Bewegungen und die Schnelligkeit der Gottesanbeterin anzueignen. Charakteristisch sind die den Fangbewegungen einer Gottesanbeterin nachempfundenen Schläge und Fesselungstechniken. Die Handhaltung ähnelt dabei den Vorderbeinen der Gottesanbeterin und ermöglicht das Fassen des Gegners sowie das Schlagen auf Vitalpunkte.

Adler

Der Adler-Stil enthält eine Vielzahl von Techniken, wie etwa Hebel und Würgegriffe, Angriffe zu den vitalen Punkten oder variable Techniken mit großer Reichweite, um den Nahkampf zu dominieren. Eine typische Handtechnik ist die Adlerklaue, die zum Greifen und Fetzen eingesetzt wird. Durch das Üben der Form wird die Flexibilität der Gelenke verbessert.

©  Kampfkunstschule Shaolin Quan